Geißblatt Pflege & Steckbrief
Lonicera japonica · Geißblatt 'Halliana', Geißschlinge
Das Japanische Geißblatt (Lonicera japonica), auch Geißschlinge oder Japanische Heckenkirsche genannt, ist ein duftender, rankender Kletterstrauch aus Ostasien und eine der schnellwüchsigsten winterharten Pflanzen für Zaun und Pergola. Es wächst an einem sonnigen bis halbschattigen Platz, braucht mäßig, aber regelmäßig Wasser und übersteht Temperaturen bis etwa −15 °C. Mit 4–6 m, unter guten Bedingungen bis zu 10 m Höhe, verwandelt es kahle Zäune in wenigen Jahren in eine duftende grüne Wand.
„Pflanz mich an einen sonnigen Zaun und gib mir im Sommer bei Trockenheit extra Wasser – dann ranke ich 60–80 cm im Jahr und dufte dich glücklich.“Dein Japanisches Geißblatt
Pflege auf einen Blick
- LichtVolle Sonne bis Halbschatten
- GießenMittel, bei Trockenheit zusätzlich wässern
- PflegeLeicht
- WinterhärteWinterhart bis ca. −15 °C
- BlüteMai bis September, duftend
- HaustiereGiftig für Katzen und Hunde¹
Geißblatt-Steckbrief
- Weitere Namen
- Geißblatt 'Halliana', Geißschlinge, Japanische Heckenkirsche
- Herkunft
- Ostasien: China, Mandschurei, Korea, Japan und Taiwan
- Wuchs
- Kletternd, rankend, ausbreitend
- Endhöhe
- 4–6 m, unter optimalen Bedingungen bis zu 10 m
- Winterhärte
- Winterhart bis etwa −15 °C
- Boden
- Nährstoffreich, humos, durchlässig, sandig-lehmig bis lehmig, pH 6–8
- Blütezeit
- Mai bis September
- Pflanzzeit
- März bis Mai und September bis Oktober
- Lebensdauer
- Mehrjährig
- Giftigkeit
- Giftig für Katzen und Hunde, für Menschen leicht giftig¹
An einer Pergola wächst es dir weit über den Kopf hinaus.
So kommt sie bei uns an

35 cmTopf 9 cm · 7 Größen 
Japanisches Geißblatt ‚Red World' · 4 Größen 
65 cmTopf 15 cm · 7 Größen
Geißblatt-Arten im Überblick
Neben dem Japanischen Geißblatt gibt es weitere beliebte Lonicera-Arten und Sorten für den Garten, die sich in Höhe, Blütezeit und Winterhärte leicht unterscheiden.
| Art | Höhe | Blüte | Winterhärte/Licht |
|---|---|---|---|
| Japanisches Geißblatt (L. japonica) | 4–6 m, bis 10 m | Mai bis September | winterhart, volle Sonne bis Halbschatten |
| Waldgeißblatt (L. periclymenum 'Serotina') | 4–8 m | Juli bis September | winterhart, volle Sonne bis Halbschatten |
| Immergrünes Geißblatt (L. henryi) | ca. 5–6 m, bis 9 m | Juni bis August | winterhart, Halbschatten bis volle Sonne |
| Geißschlinge 'Dropmore Scarlet' (L. × brownii) | 300–400 cm, bis 5 m | Juni bis September | winterhart, volle Sonne bis Halbschatten |
| Tellmanns Geißblatt (L. × tellmanniana) | 4–5 m | Mai bis Juli | winterhart, volle Sonne bis Halbschatten |
| Geißblatt 'Goldflame' (L. × heckrottii) | 3–6 m | Juni bis September | winterhart, volle Sonne bis Halbschatten |
Der richtige Standort für das Geißblatt
Am wohlsten fühlt sich das Japanische Geißblatt an einem sonnigen bis halbschattigen Platz an Zaun, Pergola oder Rankgerüst. An der Sonne blüht es reicher, im Halbschatten wächst es aber ebenfalls zufriedenstellend weiter.
- Volle Sonne (passt)
- Hell
- Halbschatten (passt)
- Schatten
Der Boden sollte nährstoffreich, humos und durchlässig sein, sandig-lehmig bis lehmig, mit einem pH-Wert zwischen 6 und 8, und gleichmäßig feucht ohne Staunässe. Gepflanzt wird im März/April/Mai oder im September/Oktober, direkt neben der gewählten Kletterhilfe.
Geißblatt gießen und düngen
Nach dem Pflanzen gießt du regelmäßig, bis die Pflanze gut angewachsen ist. Danach reicht mäßiges Gießen, bei Trockenheit im Sommer wässerst du zusätzlich.
Staunässe vermeidenAuch wenn das Geißblatt gleichmäßige Feuchtigkeit mag, sollte der Wurzelbereich nicht dauerhaft nass stehen. Ein durchlässiger Boden hilft dabei am meisten.
Gedüngt wird im März/April einmalig mit organischem Langzeitdünger oder Kompost. Auf kargen Böden kannst du im Juni noch einmal leicht nachdüngen.
Geißblatt schneiden
Der Rückschnitt erfolgt im Spätwinter, im Februar oder März, vor dem Austrieb, oder direkt nach der Blüte. Das Japanische Geißblatt verträgt auch einen kräftigen Rückschnitt gut, da es schnell wieder austreibt.
Geißblatt überwintern
Im Garten ausgepflanzt ist das Japanische Geißblatt in milden Lagen ohne besonderen Winterschutz winterhart bis etwa −15 °C. In sehr kalten Regionen oder bei Kübelhaltung deckst du den Wurzelbereich am besten mit Laub oder Vlies ab.
Geißblatt vermehren
Am einfachsten gelingt die Vermehrung über Stecklinge im Sommer oder durch Absenker, da die Triebe an Bodenkontaktstellen leicht von selbst bewurzeln.
- Trieb auswählenNimm im Sommer einen gesunden, halbreifen Trieb ohne Blüten.
- Stecken oder absenkenSteck ihn als Steckling in Anzuchterde oder drück einen Trieb an einer Bodenstelle leicht ein.
- Bewurzeln lassenHell und leicht feucht halten, bis sich neue Wurzeln und Triebe zeigen.
Häufige Probleme und was hilft
Blätter werden im Winter braun oder fallen ab
UrsacheLonicera japonica ist in Mitteleuropa nur wintergrün bis halbimmergrün, strenger Frost lässt Laub abfallen.
Das hilftDas ist normal und kein Krankheitszeichen. Im Frühjahr treibt die Pflanze zuverlässig neu aus.
Starke, unkontrollierte Ausbreitung
UrsacheDie Art wächst sehr schnellwüchsig und rankend und kann in milden Lagen benachbarte Pflanzen überwuchern.
Das hilftMindestens einmal jährlich kräftig zurückschneiden und überhängende Triebe entfernen.
Wenig Blüten
UrsacheZu schattiger Standort oder ein Rückschnitt direkt vor der Blütezeit mindert die Blütenbildung.
Das hilftEinen sonnigeren Standort wählen und nur im Spätwinter oder direkt nach der Blüte schneiden.
Pflegekalender
Ist das Geißblatt giftig?
Für Katzen und Hunde ja¹: Vor allem die schwarzen Beeren, in geringerem Maß auch andere Pflanzenteile, gelten als giftig. Bei Verzehr kann es zu Erbrechen, Durchfall und Übelkeit kommen, die Giftwirkung wird dabei als gering bis mäßig eingestuft, schwere Vergiftungen sind selten. Für Menschen gilt das Japanische Geißblatt als leicht giftig¹.
- Katzengiftig¹
- Hundegiftig¹
- Menschenleicht giftig¹
Halte Kinder und Haustiere trotzdem von den Beeren fern, insbesondere wenn sie gern an Pflanzen knabbern.
Schon gewusst?
- Lonicera japonica stammt ursprünglich aus Ostasien – China, der Mandschurei, Korea, Japan und Taiwan – und wurde seit dem frühen 19. Jahrhundert auch in Europa und Nordamerika als Zierpflanze eingeführt.
- Die Blüten öffnen sich cremeweiß und verfärben sich im Verlauf der Blütezeit gelb, was der Pflanze den volkstümlichen Namen „Weiß-Gelbes Geißblatt“ einbrachte.
- Außerhalb Asiens, vor allem in den USA, hat sich die Art stark verbreitet und gilt dort inzwischen als invasive Pflanze, die heimische Vegetation verdrängen kann.
Häufige Fragen zum Japanischen Geißblatt
Ist das Japanische Geißblatt giftig für Katzen und Hunde?
Lonicera japonica gilt als mild giftig für Katzen und Hunde, vor allem die Beeren können bei Verzehr Erbrechen, Durchfall und Lethargie auslösen¹. Schwere Vergiftungen sind selten, trotzdem solltest du Tiere davon fernhalten.
Wie oft und wie viel muss man das Geißblatt gießen?
Nach dem Pflanzen regelmäßig, bis es gut angewachsen ist, danach mäßig gießen und bei Trockenheit im Sommer zusätzlich wässern. Staunässe solltest du dabei vermeiden.
Wie schnell wächst Lonicera japonica und wie hoch wird sie?
Die Pflanze ist schnellwüchsig und kann pro Jahr 60 bis 80 cm zulegen. Ausgewachsen erreicht sie je nach Standort 4 bis 6 Meter, unter optimalen Bedingungen auch bis zu 10 Meter Höhe.
Wie winterhart ist das Japanische Geißblatt?
Es verträgt Temperaturen bis etwa −15 °C. In sehr kalten Regionen oder bei Kübelhaltung hilft ein leichter Winterschutz für die Wurzeln.
Ist das Japanische Geißblatt invasiv?
Außerhalb seiner ursprünglichen Heimat, insbesondere in Teilen der USA, gilt Lonicera japonica als invasive Art, die durch ihr starkes Wachstum heimische Pflanzen verdrängen kann. In Gärten lässt sich das durch regelmäßigen Rückschnitt kontrollieren.
Welche Kletterhilfe braucht das Japanische Geißblatt?
Da es sich um eine windende Rankpflanze ohne Haftorgane handelt, braucht sie ein Klettergerüst, gespannte Drähte oder eine Pergola zum Festhalten. Ohne Rankhilfe wächst sie eher bodendeckend und niederliegend.
Auch interessant
Quellen: Botanischer Garten (Herkunft, Winterhärtezone, botanische Einordnung) · naturadb.de (Frosthärte, Herkunft, Giftigkeit der Beeren) · pflanzen-deutschland.de (Standortansprüche, Giftigkeit, Wuchsform) · floragard.de (Blütezeit, Wuchshöhe, Standort)
¹ Alle Angaben zu Eigenschaften, Pflege und Giftigkeit nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr (Quelle u. a. ASPCA). Leben Kinder oder Haustiere bei dir, informiere dich im Zweifel zusätzlich, z. B. bei deiner Tierarztpraxis.






