Ratgeber

Monstera vermehren: Stecklinge schneiden, bewurzeln und eintopfen

Von Robin Bieker · 12. Oktober 2026 · aktualisiert 12.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Monstera-Stecklinge mit Luftwurzeln in Wassergläsern zum Vermehren Mit KI generiert

Kurz gesagtMonstera vermehrst du am leichtesten über Kopfstecklinge mit mindestens einem Blatt und einer Luftwurzel. Schneide direkt unter einem Knoten, stell den Steckling in Wasser oder feuchtes Substrat an einen hellen, warmen Platz und warte, bis sich 3–5 cm lange Wurzeln gebildet haben. Dann topfst du ihn in lockere Pflanzenerde ein und pflegst ihn wie eine junge Monstera.

  • Dauerca. 15 Minuten Schnitt, 3–6 Wochen bis zur Wurzel
  • Schwierigkeitleicht
  • Du brauchstscharfes, sauberes Messer oder Schere, Glas oder Gefäß, Pflanzenerde, kleiner Topf

„Schneid mich ruhig an, ich bin schneller nachgewachsen, als du denkst. Gib mir nur Geduld, Wärme und ein bisschen Licht – dann treibe ich neue Wurzeln.“Deine Monstera

Den richtigen Steckling schneiden

Monstera vermehren gelingt am zuverlässigsten mit einem Kopfsteckling, der mindestens ein Blatt und eine Luftwurzel trägt. Die Luftwurzel ist entscheidend: Aus ihr bildet sich das neue Wurzelsystem, ein Steckling ohne sie braucht deutlich länger und gelingt seltener. Suche dir einen gesunden Trieb an deiner Monstera aus und schneide ihn mit einem sauberen, scharfen Messer direkt unterhalb eines Blattknotens ab. Ein Stück Stängel von etwa 10–15 cm Länge reicht völlig aus. Achte darauf, dass der Trieb keine braunen oder welken Stellen zeigt, denn ein gesunder Ausgangstrieb bewurzelt zuverlässiger.

  1. Werkzeug desinfizierenReinige Messer oder Schere mit Alkohol, damit keine Keime in die Schnittstelle gelangen.
  2. Knoten findenSuch dir einen Abschnitt mit sichtbarer Luftwurzel und mindestens einem Blatt.
  3. Schnitt setzenSchneide direkt unterhalb des Knotens schräg ab, so vergrößert sich die Fläche für die Wurzelbildung.
  4. Steckling vorbereitenEntferne untere Blätter, die später im Wasser oder in der Erde hängen würden.

Mehrere Stecklinge auf einmalWenn der Mutterpflanze ein kräftiger Rückschnitt guttut, kannst du gleich mehrere Stücke abschneiden und parallel bewurzeln lassen. So erhöhst du die Chance, dass wenigstens ein Teil zuverlässig anwächst.

Stecklinge bewurzeln: Wasser oder Erde?

Monstera-Steckling mit Luftwurzel in einem Glas Wasser auf einer Fensterbank
Im Wasserglas siehst du das Wurzelwachstum direkt. Mit KI generiert

Beide Methoden funktionieren gut. Im Wasserglas siehst du das Wurzelwachstum und kannst das Wasser alle paar Tage wechseln, damit es nicht faulig wird. In feuchtem Substrat entstehen die Wurzeln direkt im künftigen Medium, was den Umzug später erleichtert und den jungen Wurzeln den Umstellungsstress erspart. Wichtig ist bei beiden Varianten ein heller, warmer Platz ohne direkte Sonne und Temperaturen über 20 °C. Nach etwa 3–6 Wochen sind die Wurzeln 3–5 cm lang und bereit für den Topf. Wechselst du das Wasser nicht regelmäßig, kippt es leicht um und bremst die Wurzelbildung spürbar.

Methode Vorteil Nachteil Eignung
Wasser Wurzeln gut sichtbar Umgewöhnung an Erde nötig ideal für Einsteiger
Feuchtes Substrat kein Umzug nötig Wurzelbildung weniger sichtbar für Geübte

Eintopfen, wenn Wurzeln da sind

Sobald die Wurzeln mehrere Zentimeter lang sind, kommt der Steckling in einen kleinen Topf mit lockerer, durchlässiger Pflanzenerde. Zu groß sollte der Topf nicht sein, sonst bleibt die Erde zu lange nass und die jungen Wurzeln bekommen nicht genug Sauerstoff. Drücke die Erde leicht an und gieße einmal gut durch, damit sich die Erde um die Wurzeln setzt und keine Hohlräume bleiben.

  1. Topf wählenEin Topf nur wenig größer als der Wurzelballen reicht aus, mit Abzugsloch.
  2. Erde einfüllenLockere Zimmerpflanzenerde mit guter Wasserspeicherung verwenden.
  3. Steckling einsetzenWurzeln vorsichtig verteilen und mit Erde bedecken.
  4. AngießenDirekt nach dem Einsetzen durchdringend gießen.
  5. EingewöhnenDie ersten Tage an einem geschützten, hellen Platz ohne direkte Sonne stehen lassen.

Nicht zu früh umtopfenWurzeln unter 2–3 cm Länge brechen beim Einsetzen leicht ab. Lieber ein paar Tage länger warten, auch wenn die Ungeduld groß ist.

Pflege der jungen Pflanze

Frisch eingetopfte Stecklinge brauchen erst mal Ruhe. Stell sie hell, aber ohne pralle Sonne auf, halte die Erde gleichmäßig leicht feucht und verzichte in den ersten Wochen auf Dünger, da die noch jungen Wurzeln empfindlich auf Nährsalze reagieren. Wie du deine Monstera danach dauerhaft pflegst, liest du im Pflanzenlexikon unter Monstera Pflege. Ein neues Blatt ist meist das sicherste Zeichen, dass der Steckling angewachsen ist. Wenn du grundsätzlich noch unsicher beim Umgang mit Zimmerpflanzen bist, lohnt sich zusätzlich ein Blick in unseren Artikel Pflanzenpflege für Anfänger: die Grundlagen in 6 Schritten.

Giftigkeit beachtenAlle Pflanzenteile der Monstera gelten als giftig für Katzen und Hunde¹. Stell Stecklinge und Mutterpflanze außerhalb der Reichweite von Haustieren auf.

Die häufigsten Fehler beim Vermehren

  • Steckling ohne LuftwurzelOhne Luftwurzel dauert die Bewurzelung deutlich länger oder bleibt ganz aus.
  • Zu kühler StandortUnter 18 °C bewurzeln Stecklinge nur sehr langsam.
  • Wasser nicht gewechseltAltes Wasser fördert Fäulnis statt Wurzelwachstum.
  • Zu großer TopfZu viel Erde bleibt zu lange nass und lässt junge Wurzeln faulen.
  • Zu früh gedüngtFrisch eingetopfte Stecklinge reagieren empfindlich auf Dünger.

Lust auf mehr pflegeleichte Mitbewohner?In unserer Kategorie Pflegeleichte Zimmerpflanzen findest du weitere robuste Arten für Einsteiger.

Häufige Fragen zum Vermehren der Monstera

Wie lange dauert es, bis ein Monstera-Steckling Wurzeln bildet?

Meist 3–6 Wochen, je nach Temperatur und Licht. An einem warmen, hellen Platz geht es schneller als an einem kühlen.

Kann man einen Steckling ohne Luftwurzel vermehren?

Es ist möglich, dauert aber deutlich länger und gelingt seltener. Ein Stück mit sichtbarer Luftwurzel ist die sicherere Wahl.

Muss ich den Steckling in Wasser oder gleich in Erde stecken?

Beides funktioniert. Im Wasserglas siehst du die Wurzelbildung besser, in feuchtem Substrat entfällt der spätere Umzug.

Wann topfe ich den Steckling in normale Erde um?

Sobald die Wurzeln etwa 3–5 cm lang sind. Vorher brechen sie beim Umsetzen zu leicht ab.

Ist Monstera giftig für Katzen und Hunde?

Ja, alle Pflanzenteile gelten als giftig¹ für Katzen und Hunde. Stell Stecklinge und Mutterpflanze für Haustiere unerreichbar auf.

¹ Alle Angaben zu Eigenschaften, Pflege und Giftigkeit nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr (Quelle u. a. ASPCA). Leben Kinder oder Haustiere bei dir, informiere dich im Zweifel zusätzlich, z. B. bei deiner Tierarztpraxis.

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